Partnerschaft
Aschermittwoch
Ein Tag, der mehr ist als „jetzt wird gefastet“
Beziehungskrisen beginnen…
Aschermittwoch wirkt auf den ersten Blick wie ein Datum im Kirchenkalender – aber eigentlich ist er ein psychologisch erstaunlich kluger „Reset-Tag“. Er markiert den Beginn der Fastenzeit (40 Tage bis Ostern, die Sonntage werden traditionell nicht mitgezählt) und setzt einen Kontrapunkt zum Trubel davor: Karneval, Fasching, „alles darf“. Und dann: Stille.
Was viele nicht wissen: Die Asche kommt traditionell aus den Palmzweigen des Vorjahres (Palmsonntag). Sie wird verbrannt und als Asche im Aschekreuz auf die Stirn gezeichnet. Diese Asche ist kein „Strafsymbol“, sondern ein Erinnerungszeichen: Alles, was wir festhalten, vergeht – und gerade deshalb zählt, was wir heute daraus machen. In der christlichen Tradition schwingt dabei eine uralte, nüchterne Botschaft mit: memento mori – „bedenke deine Endlichkeit“. Nicht als Drohung, sondern als Einladung, das Wesentliche wieder in den Mittelpunkt zu stellen.
Und noch ein überraschender Aspekt: Aschermittwoch ist nicht nur „Verzicht“. Er ist auch ein Tag der Klärung und Umkehr (im Sinne von Kurskorrektur). Im Kern: Was war zu viel? Was war zu wenig? Was muss sich ändern – konkret?
Genau diese Logik ist erstaunlich relevant, wenn es um Beziehungen geht.
Die fünf apokalyptischen Reiter in Beziehungen
Wenn die Liebe leise Risse bekommt – und wie wir sie heilen können
Der erste Reiter: Kritik…
Es beginnt selten mit einem großen Knall.
Es beginnt mit einem Blick. Einem Seufzer. Einer WhatsApp, die unbeantwortet bleibt.
Liebe zerbricht nicht plötzlich. Sie bekommt kleine Risse – im Alltag zwischen Wäschekorb und Wochenplanung, zwischen Müdigkeit und Missverständnissen.
Der Paarforscher John Gottman nennt fünf Verhaltensmuster, die Beziehungen langsam vergiften können: die „Fünf apokalyptischen Reiter“. Dramatisch klingt das – und doch begegnen sie uns erschreckend vertraut.
Vielleicht erkennst du dich in manchen Szenen wieder. Vielleicht spürst du dieses leise „Oh… ja“.
Und genau da beginnt Veränderung.
Familiäre Verstrickungen
Warum wir manchmal nicht frei handeln
Der systemische Blick: Der Mensch ist kein isoliertes Individuum
Was ich will? Ich weiß es nicht…
Wir leben in einer Zeit der Möglichkeiten. Wir können Berufe wechseln, Beziehungen beenden, Orte verlassen. Und doch berichten viele Menschen von einem paradoxen Gefühl:
„Ich tue alles, was man mir rät – und trotzdem komme ich innerlich nicht weiter.“
Der Druck ist allgegenwärtig. Im Beruf sollen wir leistungsfähig, flexibel und resilient sein. In Partnerschaften verständnisvoll, präsent und emotional verfügbar. In der Familie verantwortungsvoll, loyal und hilfsbereit. Freundschaften wollen gepflegt werden, Selbstfürsorge soll auch noch stattfinden.
Was dabei oft übersehen wird: Ein Teil dieses Drucks entsteht nicht im Hier und Jetzt, sondern hat seine Wurzeln tief in unseren familiären Systemen.
Sie saß mir gegenüber und lächelte.
So ein Lächeln, das viele Frauen tragen. Offen, freundlich, angepasst. Und doch ist er sichtbar, spürbar. Ein kaum erkennbarer Schatten. Als hätte sie sich selbst ein Stück weit verlassen – schon vor langer Zeit.
Sie sagte Sätze wie: „Es ist ja nicht so schlimm.“
Und: „Anderen gehts viel schlechter.“
Und: „So ist das halt.“
Es war offensichtlich, dass etwas fehlte. Nicht laut. Nicht dramatisch. Sondern leise. Wie ein inneres Sehnen, das keinen Namen mehr hatte.
Satt werden beginnt nicht im Körper – sondern in der Seele
Wir leben in einer Welt, in der alles verfügbar ist. Erdbeeren im Winter, Avocados das ganze Jahr, Nahrungsergänzungsmittel für jedes Bedürfnis, Fitnesskurse rund um die Uhr. Wir sind so gut versorgt wie keine Generation zuvor – und gleichzeitig so hungrig wie nie.
Hungrig nicht nach Essen.
Sondern nach Berührung.
Nach echten Begegnungen.
Nach einem Genährtsein, das tiefer wirkt als jede Mahlzeit.
Der moderne Hunger: Warum wir trotz Fülle leer bleiben
Wir haben gelernt, unsere Körper zu optimieren:
zu trainieren, zu dehnen, zu straffen, zu versorgen, zu schminken, zu stärken.
Wir geben Geld aus für hochwertige Lebensmittel, Superfoods, Supplements, Kosmetik, Trainingsprogramme und Wellness-Angebote.
Und trotzdem fühlen sich viele Menschen:
erschöpft
ausgelaugt
innerlich leer
lustlos
angespannt
unzufrieden
schwer
abgeschnitten
Warum?
Weil wir einen Mangel haben, den wir kaum noch wahrnehmen. Einen Mangel, über den niemand spricht – aber jeder spürt:
Den Mangel an Berührung.
An tiefer Nähe.
An echter Präsenz.
An einem Gefühl von „Ich werde gesehen. Ich werde gehalten. Ich darf sein.“
Wir essen viel – aber wir werden nicht satt
Unser Körper nimmt Kalorien auf.
Unsere Seele nicht.
Wir können:
uns gesund ernähren
ausreichend trinken
Nahrungsergänzung nehmen
Sport machen
Yoga üben
meditieren
uns weiterentwickeln
…und dennoch bleibt da dieses Loch.
Dieses feine Ziehen im Inneren.
Dieser stille, nie ganz gestillte Hunger.
Denn Nahrung alleine macht uns nicht satt.
Nicht wirklich.
Nicht tief.
Nicht dauerhaft.
Der unterschätzte Nährstoff: Berührung
Studien der letzten Jahre zeigen etwas Erschreckendes und gleichzeitig Wunderschönes:
Berührung ist genauso essenziell wie Wasser, Schlaf und Nahrung.
Ohne sie verkümmert unser emotionales System.
Mit ihr entfalten wir uns, entspannen wir uns, regenerieren wir uns.
Berührung:
senkt Stresshormone
sorgt für tiefes Wohlgefühl
reguliert das Nervensystem
aktiviert Selbstheilung
steigert Lebensfreude
löst gespeicherte Emotionen
stärkt Immunsystem & Stoffwechsel
bringt den Körper zurück in seine natürliche Ordnung
Wir Menschen sind für Berührung gebaut.
Ohne sie verkümmern wir.
Mit ihr blühen wir auf.
Warum viele Menschen Berührung vermeiden, obwohl sie sich danach sehnen
Wir sehnen uns nach Nähe.
Und gleichzeitig haben wir Angst davor.
Berührung macht etwas mit uns:
Sie öffnet.
Sie weicht auf.
Sie kann verdrängte Gefühle hervorrufen.
Sie berührt alte Erinnerungen – schöne wie schmerzhafte.
Und genau deshalb vermeiden viele Menschen Nähe.
Weil sie nicht wissen, wie heilsam es wäre, hindurchzugehen.
Wie sehr ihr Körper danach ruft.
Wie sehr ihre Seele aufatmet, sobald sie sich darauf einlassen.
Mein Wochenende war nackt.
Nackt sein. Nackt werden.
Ich war nackt. Die Teilnehmer:innen waren nackt.
Und es fühlte sich einfach – natürlich – an.
Da war keine Scham, kein Zögern, kein Fremdsein.
Nur Körper, Haut, Atmen, Nähe.
Menschen, die sich zeigen – ohne Maske, ohne Rolle, ohne Absicht.
Dieser Raum war ein heiliger Raum.
Ein Raum, in dem Berührung nicht fremd war, sondern selbstverständlich.
In dem der Körper wieder sprechen durfte – jenseits von Worten, Konzepten und Ideen.
Touch Experience ist schwer zu beschreiben.
Es ist kein Tantra, keine Massage, keine Technik.
Es ist ein Zustand.
Etwas, das geschieht, wenn Menschen einander mit Achtsamkeit begegnen – berühren, ohne etwas zu wollen, empfangen, ohne etwas leisten zu müssen.
Und plötzlich entsteht etwas, das größer ist als jeder Einzelne.
Ein Gesang, obwohl niemand singt.
Eine Musik, obwohl alles still ist.
Ein Duft, obwohl niemand Parfüm trägt.
Eine Bewegung, die nicht geplant ist – und doch vollkommen im Einklang mit allem.
In diesen Momenten ist alles da:
Leben, Liebe, Präsenz, Gott.
Die Gesichter der Empfangenden – weich, leuchtend, lebendig, rosig.
Die Körper der Gebenden – anmutig, klar, liebevoll, kraftvoll.
Die Zeit verliert ihre Form, dehnt sich, wird durchlässig.
Manchmal hatte ich das Gefühl, die Erde selbst atmet mit uns.
Das ist für mich die schönste Art der Meditation.
Nicht in Stille zu sitzen, sondern in Stille zu sein – während die Hände sprechen, der Atem führt, die Präsenz atmet.
Wenn Berührung zur Stille wird.
Wenn Stille zur Berührung wird.
Eine Karte gezogen und BÄHM. Alles kommt plötzlich hervor, bricht aus, muss raus.
„Sei lustvoll“ steht auf der Karte. Zwei Wörter, die ins Schwarze treffen.
„Meine Frau möchte schon seit 10 Jahren keinen Sex mehr. Es gibt keine Erklärung und obwohl wir schon bei einer Beratung waren, bleibt dieses Thema tabu. Sie kann nichts dazu sagen. Ich weiß nicht, wohin mit mir, mit ihr, mit dieser Problematik und mit meiner Lust. Es gibt keine Lösung.“
Wenn sexuelles Verlangen nachlässt, sind die Ursachen vielfältig. Wissenschaftler bestätigen, dass sowohl körperliche als auch psychosoziale Faktoren dafür verantwortlich sein können. Ein Verlust der Libido zählt zu den sexuellen Funktionsstörungen. Etwas „funktioniert“ nicht mehr (so).
Ich behaupte:
Je bewusster Frauen in der zweiten Lebenshälfte mit sich selbst werden, desto mehr distanzieren sie sich von ihrer früheren, rein lustgesteuerten Sexualität. Dies ist ein natürlicher Prozess, der jede Partnerschaft und Sexualität zu einer erfüllenderen Version vervollkommnen kann. Aber das erfordert, dass beide Partner gemeinsam auf dieser Reise sind. Es braucht Offenheit, Loslassen, sich Einlassen und Neugier.
Frauen spüren diese energetischen Veränderungen oft intensiver. Viele machen jedoch weiter wie bisher, aus Angst, den Partner zu verlieren. Starke Frauen lassen sich nicht beirren, aber oft fehlen ihnen die Worte für das, was in ihnen vorgeht. So bleibt dieses Thema in vielen Partnerschaften unbesprochen und wird ausgeblendet.
Es fehlt an Aufklärung und Verständnis darüber, was es wirklich braucht, damit Sexualität zur Quelle der Freude und vollkommenen Verschmelzung werden kann.
Das „Phänomen der Unlust“ ist eine Chance, eine tief erfüllende Explosion und Verschmelzung zu erleben.
Wir Menschen sehnen uns nach Verschmelzung mit einem anderen. Diese Sehnsucht nach Einheit und Verbundenheit streben wir in Meditation, Yoga und anderen Methoden der Erleuchtung an. Es ist das Gefühl der Geborgenheit im Mutterleib, das wir später loslassen, um Freiheit und Selbstverwirklichung zu erfahren.
In der Partnerschaft kehrt diese Sehnsucht zurück. Wir begnügen uns erstmal mit dem eher oberflächlichen Zusammensein – gemeinsame Zukunftspläne, Kinder, ein Haus. Doch ab dem 42. Lebensjahr beginnt es oft zu bröckeln, besonders in der Sexualität. Frauen spüren, dass ihnen die tiefe Verschmelzung fehlt, das wirkliche Einlassen von beiden Seiten. Der Orgasmus allein befriedigt nicht, den etliche Frauen im reinen Geschlechtsverkehr ohnehin nie erlebt haben.
Viele Frauen stehen dann vor dem Dilemma: Weitermachen und durchhalten oder einen Schlussstrich ziehen und die Beziehung riskieren. Sie wissen nicht, was ihnen fehlt, was sie brauchen oder warum sie keine Lust empfinden. Bekannte Lösungsansätze sind männlich geprägt und greifen in der Regel zu kurz.
Auf den Punkt gebracht: Viele Frauen wissen nicht, was sie tun. Selbst mit 50 sind wir oft nicht aufgeklärt und haben keine Worte für das, was in uns passiert. Wir können immer noch schwer über Bedürfnisse und Verletzungen sprechen.
Sexualität ist zutiefst heilig. In einer Partnerschaft kann sie zur Energiequelle für beide werden.
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