Bewusstsein
Experience Coaching
Ein wichtiges Merkmal
Weiterhin gehen wir im EXP-Coaching davon aus, dass in jedem von uns die Fähigkeit zu Entwicklung, Liebe und Wachstum liegt.
Jeder Mensch trägt in sich das Potenzial, glücklich und frei zu sein. Unsere inneren Blockaden und destruktiven Verhaltensweisen entwickeln wir nicht deshalb, weil wir unfähig oder gar böse sind, sondern weil wir den Drang haben, zu überleben.
Im Laufe unseres Lebens haben wir uns bestimmte Strategien und Selbstbilder angeeignet. Somit sollte klar sein, dass wir uns auch wieder von ihnen lösen können – wir sind nicht mit ihnen geboren!
Im EXP-Coaching richten wir den Fokus stets auf die gegenwärtige Erfahrung, auf das Erleben, das jetzt, in der Gegenwart, stattfindet. Es geht also nicht darum, unsere Vergangenheit in all ihren Details wie aus einem trockenen und staubigen Geschichtsbuch heraus zu erzählen und aufzuarbeiten. Es geht um die Situation, die uns gerade Sorgen bereitet und um das schlimme Gefühl, das uns belastet.
Es brauch so wenig!!!
Die 7 Tage waren eindrücklich, intensiv, öffnend, zur Ruhe bringend, nachdenklich machend und auf eine stille Art unglaublich spektakulär.
Was mich am meisten berührt hat, war die Einfachheit, die in jedem Baum, jedem Käfer und jedem Grashalm liegt.
Wir kommen aus einer Welt des ständigen Optimierens, Verbesserns und rasanten Wachsens. Hier wächst auch alles – und strebt zur Sonne – aber auf natürliche Weise. Kein Vergleichen – weil jeder Baum, jede Pflanze auf ihre Art einzigartig und schön ist. Gerade die krummsten und schiefsten Dinger sind geprägt von Erde, Feuer, Wasser und Wind. Berührt von allen Elementen erzählen sie eine Geschichte von Entbehrungen, Widerstehen, Neuanfang und Entfaltung. Je wilder, je schöner – kreuz und quer, ineinander verwunden und doch wieder jeder für sich. Und inmitten dieser wunderbaren Einfachheit, fühle ich mich ganz klein – wie ein Fremdkörper, der versucht etwas mit dem Verstand zu begreifen, was der Verstand nicht fassen kann. Erst in der Stille erfolgt die Begegnung – berühren und berührt werden, öffnen, fühlen, einfach da sein.
Der Natur ist es scheißegal, wer Du bist, wo Du herkommst oder wie viele Autos in Deiner Garage stehen. Hier bist Du nackt und nur auf Dich und Deinen Körper reduziert. Die einzige Frage ist: “ Öffnest Du Dich und lässt Du Dich berühren oder versuchst Du weiterhin mit dem Verstand alles zu durchdringen?“
Der Augenblick ist Dein Leben!
Das war mir lange nicht klar. Ich dachte immer, ich wär lebendig, hätte alles im Griff und mein Leben würde sich im Einklang mit meinem Willen nach meinen Vorstellungen formen. Bis ich an dem Punkt kam, der alles zum Stehen brachte und mich mit all meinen Konzepten und wohl durchdachten Strategien ausspuckte, wie einen alten Kaugummi.
Und irgendwie fühlte ich mich wirklich wie ein alter Kaugummi. Viel zu oft geknetet, geformt, verbogen und zurechtgemacht, in den immer gleichen Dauerschleifen. Ich konnte mich wie von Außen selbst beobachten – wie ich funktionierte, reagierte und mich immer wieder aufs Neue anpasste. Ich konnte spüren, wie unendlich viel Mühe ich mir gab, ein Bild von mir aufrecht zu erhalten, von dem ich dachte, dass ich das bin.
Das Interessante dabei – ich habe das Bild niemals hinterfragt!
Ja – und dann kam dieser eine Augenblick, in dem ich einfach stehenblieb – und die Gedanken rauschten links und rechts an mir vorbei. Es kostete mich so viel Kraft, den Impuls zu widerstehen und nicht wieder in die alten Muster zu verfallen. Aber ich wollte nicht mehr – ich hatte keine Lust mehr auf das alte Spiel. Ich kannte jede Einzelheit, jedes Detail – wusste genau, was als nächstes kommen würde – wie die Abfolge eines, von einem Choreografen perfekt einstudierten Stückes – Szene für Szene. Laaaaangweeeeilig!!!! Ich stieg aus – ich hatte es einfach satt.
Die Einsamkeit kam und ging – das Gefühl der Wertlosigkeit, das mich bereits mein gesamtes Leben begleitet, kam, baute sich zu einem Monster auf und löste sich kurze Zeit später in nichts auf. Ich bin nicht meine Wertlosigkeit – leuchtete wie eine bunte Neonreklame auf – um im nächsten Moment von der Erkenntnis abgelöst zu werden, dass ich genauso wenig der Wertvolle oder Einzigartige bin. Ich bin nichts von all dem. Ich brauche nichts von all dem. Ich kann all das loslassen und bin trotzdem noch da. Ich bin hier – in diesem Moment – ohne Urteil – ohne Beschreibung – nur einfacher und klarer.
„Im Augenblick zu sein“ bedeutet, die Geschichte, die bisher mein Leben bestimmt hat loszulassen – und zwar in jedem Augenblick – immer wieder aufs Neue. Immer wieder zu spüren, wie ein Gedanke hochsteigt, verbunden mit dem reflexartigen Impuls, ihn festzuhalten und weiterzuspinnen. Zu erleben, dass jeder Gedanke auf einem Stück toter Vergangenheit basiert, mit der sich der Verstand seine eigene Welt erschafft. Eine Welt mit starren Regeln, Vorlieben und Ängsten – und mit mir im Zentrum. So lange ich an diese Welt glaube, ist sie real und wird mein Leben bestimmen. Erst in dem Moment, in dem ich loslasse, beginne ich wirklich zu leben und meine eigenen Entscheidungen auf Basis dieses einen Augenblicks zu treffen, den ich genau jetzt, in diesem Moment erlebe.
Für das Loslassen braucht es ganz viel Mut!
„Ein neuer Tag – ein neuer Tag – und es ist Friede in meinem Herzen ….“
Ich liebe dieses wundervolle Hawaiianische Mantra Gebet, was in Hawaii jeden Abend gesprochen wird.
Und genau diesen tiefen, inneren Frieden wünsche ich jeden Menschen. Vor allem in stürmischen Zeiten zeigt es sich deutlich, ob ein Mensch in Frieden mit sich und seinem Leben ist oder ob er seinen Frieden im Außen sucht und deshalb abhängig ist von den Umständen, die ihn begleiten.
Wie aber schaffst Du es in absoluten Frieden mit Dir und Deinem Leben zu sein?
Erstmal ist wichtig herauszufinden, weshalb Du so in Unfrieden mit Dir bist.
Im Experience Coaching sprechen wir vom Urschmerz. Mit Urschmerz ist alles gemeint, was für unsere kindliche Seele zu schmerzhaft war, als dass wir es damals hätten ertragen können. Ob zu große Einsamkeit, zu große Angst, Enttäuschung, Liebesentzug oder Trauer.
Der Schmerzkörper
Eckhart Tolle schreibt in seinem Buch „Jetzt! Die Kraft der Gegenwart“ über den Schmerzkörper:
Der Schmerzkörper ist der dunkle Schatten, den das Ego wirft, und er hat in der Tat Angst vor dem Licht deines Bewusstseins. Er hat Angst, entdeckt zu werden. Sein Überleben hängt von deiner unbewussten Identifikation mit ihm ab und von der unbewussten Angst, den Schmerz in dir anzuschauen. Wenn du ihm aber nicht entgegentrittst, wenn du das Licht des Bewusstseins nicht in deinen Schmerz bringst, dann wirst du gezwungen sein, ihn immer und immer wieder zu erleben. Der Schmerzkörper mag dir vorkommen wie ein gefährliches Monster, das du kaum anzuschauen wagst, aber ich versichere dir, er ist nur ein substanzloses Phantom, das der Kraft deiner Gegenwärtigkeit nichts entgegenzusetzen hat.
Vergangener Schmerz ist in unserem Körper gespeichert.
Jedes Mal, wenn einer unserer Schmerzpunkte berührt wird, ist der damals erlittene Schmerz da und ein unerträgliches Gefühl von Schwere, Scham, Einsamkeit, Ekel, Beklemmung, Wut, Verzweiflung, Traurigkeit, Furcht, Wertlosigkeit oder Todesangst steigen auf.
Selbst wenn der Auslöser so weit in der Vergangenheit liegt, dass er für uns gar nicht mehr greifbar ist.
Solange wir unbewusst sind, agieren wir wie ferngesteuert, um diesen Schmerz zu entkommen, der uns in solchen Moment regelrecht überschwemmt. In der Folge laufen Programme ab, die wir meist in und auswendig kennen. Vielleicht haben wir uns bereits unzählige Male geschworen: “Beim nächsten Mal wird es anders!“ – oder wir haben Seminare besucht, um mit solchen Situationen besser fertig zu werden. Aber dann erwischt es uns wieder. Unkontrollierte Wut bricht aus uns heraus, wir laufen davon, brechen Beziehungen ab, ziehen uns zurück, machen alles was man von uns verlangt und hassen uns dafür, oder machen Dinge, die wir uns selbst nicht erklären können. All das und noch viel mehr tun wir, um einen Schmerz zu entkommen, der sich in dem Moment so real und echt anfühlt. Die Angst vor diesem unangenehmen Gefühl bestimmt unser Leben. Wir könnten frei sein und unser Leben selbstbestimmt gestalten, ziehen jedoch die immer gleichen Kreise, und fragen uns, warum das so ist.
Ob bewusste Ernährung oder umweltbewusstes Verhalten, ob unterbewusste Wahrnehmung oder unbewusste Fehler: Jeder Mensch setzt sich ständig mit seinem Bewusstsein auseinander. Es bestimmt, wie er handelt, was er sagt, wie er andere und seine ganze Umgebung wahrnimmt. Doch was ist eigentlich Bewusstsein? Was bedeutet es, bewusst zu sein und warum ist es so wichtig?
Der Hauptgrund liegt darin, dass wir unser Leben nur dann in die Hand nehmen und selbstbestimmt verändern können, wenn wir bewusst sind. Bewusst zu sein bedeutet, aus allen Rollen und Identifikationen auszusteigen und uns zu hundert Prozent dem hinzugeben, was gerade da ist.
Da wir die Angewohnheit haben, uns durch die Augen anderer Menschen zu sehen, bauen wir uns bereits sehr früh ein falsches Bild von uns selbst auf und vergessen dabei, wer wir wirklich sind. Wir spielen Rollen, um nicht verletzt zu werden und um das zu bekommen, was wir am meisten brauchen – Liebe, Anerkennung, Zugehörigkeit, Schutz… Dabei verstecken wir unser wahres Sein immer mehr hinter Masken und verlieren uns in den Rollen, die wir für unser ICH halten.
Nachdem wir unsere Meinung über uns selbst größtenteils daran ausrichten, wie uns andere sehen, kommen wir aus dieser Nummer auch nicht so schnell heraus. Am Ende des Tages haben wir keine Ahnung mehr, wer wir wirklich sind und was wir wirklich wollen im Leben. Dieser Prozess der Selbsttäuschung wird zu einem der Haupthindernisse auf dem Weg zu Bewusstheit und Selbstverwirklichung.
Um wirklich bewusst zu sein und bei uns anzukommen, ist es notwendig alle falschen Vorstellungen, Selbstbilder und Beurteilungen fallenzulassen und uns in unserer absoluten Nacktheit zu erkennen – frei von allen Bewertungen des Verstandes. Wir müssen uns dafür nur folgende Frage stellen: “Bin ich wirklich der, für den ich mich immer gehalten habe?“
Unser ICH mag diese Frage überhaupt nicht, denn unser ICH identifiziert sich ausschließlich über die ganzen Selbstbilder, die wir uns ständig machen. Das Loslassen aller Identifikationen fühlt sich für unser ICH wie sterben an. Deshalb bekommt unser ICH große Angst, wenn es darum geht, in unsere wahre Natur einzutauchen und zieht alle Register, um uns davon abzubringen. Lieber wälzt es in einem fort die immer gleichen Gedanken, anstatt echtes, bewusstes Sein zu erleben. Jeder, der schon einmal meditiert hat, weiß wie schwer es ist, den Strom der Gedanken auch nur für 10 Minuten ziehen zu lassen und bei sich zu bleiben. Der Verstand verhält sich dabei wie ein Hund, der erst zufrieden ist, wenn er wieder einen Knochen gefunden hat, an dem er herumnagen kann. Der Knochen kann jedes x-beliebige Thema sein, das gerade auftaucht. Ob die Grübelei zu irgendetwas führt, ist dabei völlig egal. Was jedoch nicht egal ist, ist unser Bewusstsein. Wenn wir all dem nachgeben, was gerade auftaucht und uns forttragen lassen, sind wir nicht in unserer Mitte – sind wir nicht im Hier und Jetzt. Wir sind schlichtweg nicht da!
Demzufolge sind wir auch nicht in der Lage, unser Leben kreativ und intuitiv zu gestalten. Stattdessen gehen wir aus einer Rolle in die nächste, leben in den immer gleichen, alten Geschichten und schaffen Tag für Tag nur noch mehr von dem, was wir ohnehin schon kennen – und wundern uns, warum es immer wieder zu den gleichen Ergebnissen führt.
Um uns aus unseren Dramen zu befreien, ist es am wichtigsten, sie als Geschichten zu betrachten, anstatt sich mit ihnen zu identifizieren und sie für die Wahrheit zu halten. Darum auch der Vergleich mit den Rollen. In dem Moment, im dem wir ins Beobachten gehen, können wir – wie von außen – sehen, was gerade passiert. Wir landen dann zwar nach wie vor in unseren Rollen. Jedoch sind wir uns dessen bewusst. Und wenn wir uns dessen bewusst sind, dann wissen wir, dass wir uns wieder in einer unserer Rollen befinden. Wir können trennen zwischen uns und der Rolle. Und dann können wir uns bewusst dafür entscheiden, die Rolle – und damit den bisherigen Pfad – zu verlassen und einen neuen Weg einzuschlagen.
Die Biografie Analyse bringt bereits sehr viel Klarheit und holt viele verborgene Muster, Rollen und Handlungsstrategien ans Tageslicht. Das Experience Enlightenment geht ein Stück tiefer. In einem eigens dafür ausgerichteten Setting, steigen wir für ein paar Tage aus dem normalen Alltag aus und widmen uns nur der Suche nach unserer Essenz – nach dem, was wir hinter all unseren Rollen wirklich sind. Dabei können viele verborgene Anteile von uns ans Tageslicht kommen. Anteile von uns, mit denen wir um keinen Preis der Welt konfrontiert werden wollen – Schuld, Scham, Hass, Niedertracht, Feigheit, Neid, Eifersucht, Verrat, Rücksichtslosigkeit, Dummheit oder Versagen. Das alles kann auftauchen, wenn wir bereit sind, in den Spiegel zu blicken und den Widerstand gegen das aufgeben, was wir auch sind aber auf keinen Fall sein wollen.
Ich verfolge schon eine ganze Weile die Proteste gegen die Einschränkungen der Regierung in Zeiten von Corona. Vielen gehen die aufgestellten Regeln zu weit. Sie empfinden das aktuelle Vorgehen als massiven Eingriff in die persönliche Freiheit und protestieren lautstark. Vergleiche mit totalitären Regimes, wie dem der DDR werden gezogen. Die Stimmung ist angespannt, Diskussionen kaum mehr möglich, die Fronten verhärtet.
Was ich an diesem Aufschrei nach Freiheit so bemerkenswert finde, ist die Tatsache, dass wir uns aus meiner Sicht noch nie in einem derartigem Maß die Freiheit selbst abgegraben haben, wie in der aktuellen Zeit – ohne Regierung und ohne regulierende Behörde. Wir ganz alleine!
Bereits 1771 schrieb Göthe: “Die meisten verarbeiten den größten Teil der Zeit, um zu leben, und das Bisschen, das ihnen von Freiheit übrig bleibt, ängstigt sie so, dass sie alle Mittel aufsuchen, um es los zu werden.“ Hat sich seit damals etwas geändert? Nein! Es ist nur noch schlimmer und noch verrückter geworden. Laut Wikipedia wird Freiheit als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Möglichkeiten auszuwählen und zu entscheiden. Können wir uns ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Möglichkeiten entscheiden? Ja, können wir nach wie vor! Tun wir es? Nein! – die Meisten zumindest.
Wir haben Errungenschaften, die uns das Leben in einem Masse erleichtern, wie wir es vor Jahrzehnten niemals für möglich gehalten hätten. Was machen wir damit? Wir lenken uns ab und müllen uns zu. Laut Statistik verbringt der durchschnittliche Deutsche pro Tag 2,5 Stunden mit seinem Smartphone und 4 Stunden vorm Fernseher. Wenn wir noch 8 – 10 Stunden Arbeit hinzuzählen, was bleibt da unter der Woche noch übrig von der großen Freiheit?
Aber selbst wenn wir Job und Entertainment bei Seite lassen – Computer haben wir noch gar nicht erwähnt – was bleibt dann noch übrig? Im Rhythmus der Jahreszeiten verbringen viele Woche um Woche – Monat für Monat – Jahr für Jahr. Von Weihnachten bis Weihnachten – jedes Jahr der gleiche Ablauf. Wir bewegen uns sehr oft in einem ziemlich engen Korsett, das nur wenig Spielraum zulässt. Wer hat dieses Korsett geschnürt? Die Regierung? Die Konzerne?
Gustav Maler hat mal so schön gesagt: “Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Verehrung der Asche.“ Wieviel Feuer leben wir und wie viel Verehrung von Asche bestimmt unser Leben?
Wie viel von unserem Leben ist wirklich geprägt aus der freien Wahl der Möglichkeiten? Und wie viele Entscheidungen treffen wir, weil wir es schon immer so gemacht haben? Wie viel in unserem Leben ist reine Routine und Gewohnheit – und wieviel ist Ergebnis freier, spontaner Entscheidung?
Freiheit bedeutet Abenteuer und nicht zu wissen, was als nächstes kommt. Freiheit bedeutet Neuland zu entdecken – jeden Tag. Freiheit bedeutet, die Möglichkeiten, die das Leben bietet auszukosten – jeden Tag. Wir können jeden Tag neue Wege beschreiten, in die Veränderung gehen oder Entscheidungen neu treffen. Machen wir davon Gebrauch? Sehr oft nicht oder nur reduziert! Denn Freiheit bedeutet natürlich auch, jeden Tag der Unsicherheit und der Ungewissheit ins Auge zu blicken. Alles, was neu ist, ist ein potentielles Wagnis mit ungewissem Ausgang. Die Möglichkeit des Scheiterns ist immer mit an Bord. Wieviel Freiheit gibt es wirklich in unserem Leben und wieviel Freiheit haben wir geopfert für Sicherheit, Bequemlichkeit und Kontinuität?
„Wer bereit ist, Freiheit zu opfern, um Sicherheit zu gewinnen, verdient weder das eine noch das andere, und wird am Ende beides verlieren.“ – hat bereits Benjamin Franklin gewusst. Ist die Freiheit wirklich in Gefahr? Oder haben wir uns bereits vor langer Zeit daran gewöhnt, keinen Gebrauch davon zu machen und die aktuellen Maßnahmen der Regierung halten uns lediglich einen Spiegel vor?
Wie viel Freiheit lebst Du in Deinem aktuellen Leben und wärst Du bereit für ein richtiges Abenteuer?
Wie viele Masken braucht der Mensch?
Als Kinder gab es für uns keine Wertung. Wir wahren ehrlich und echt – alles war richtig – wir waren richtig.
Was sollte an uns auch falsch sein? Wir waren, wie wir waren – dazu bestimmt die Welt zu entdecken. Mit allem, was uns dafür zur Verfügung stand – mit unseren Hände, Beinen, die Füßchen – und natürlich unser Mund, mit dem wir alle Dinge noch intensiver wahrnehmen konnten.
Wir brauchten keine Erklärungen. Es war überhaupt nicht notwendig. Alles, was wir brauchten, um die Welt zu erkunden, stand uns zur Verfügung. Niemals verschwendeten wir einen Gedanken daran, dass uns irgendetwas fehlen würde oder dass es noch etwas bedurfte, um besser oder perfekter zu sein. Die Welt war perfekt – genauso wie sie war. Wir nahmen auch alles so, wie es war. Es gab keinen Zweifel. Es gab kein – “was wäre wenn oder warum passiert mir das jetzt?“. Wir wollten den Dingen auf den Grund gehen – und das taten wir dann auch.
Wir machten unsere Erfahrungen und lernten nach und nach, dass es gar nicht so gut ist, naiv und ungestüm auf die Dinge zuzugehen.
Wir lernten, dass es gut ist, Dinge so zu machen, wie andere es von uns erwarten. Dann gab es Lob und Belohnung und Ablehnung und Strafe, wenn es anders war. Wir lernten, dass es nicht gut ist, alles ungefiltert nach außen zu geben, was bei uns gerade da war.
- Wir lernten uns anzupassen.
- Wir lernten zu funktionieren.
- Wir lernten, welche Wirkung jede unserer Worte, Gesten und Taten auf andere hat.
- Wir lernten, was wir zu tun hatten, um möglichst schnell das zu bekommen, was wir wollten.
- Wir lernten, wer wir sein mussten, um an unser Ziel zu kommen- immer und immer wieder.
- Wir perfektionierten dieses Spiel und das außen gab uns recht.
Der, der das Spiel am besten beherrscht, hat meist den größten Erfolg. Zeige möglichst wenig von dir und stell dich so gut wie möglich darauf ein, was von dir erwartet wird, so kommst du am weitesten. Das könnte das Kredo der heutigen Zeit sein. Selbst der zwischenmenschliche Kontakt wird zu einem Spiel, bei dem es gilt, so wenig wie möglich von sich preiszugeben und so gut wie möglich in der Rolle aufzugehen, die bei der Erreichung des jeweiligen Zieles die beste Erfolgschance hat.
Unbewusst feilen wir immer mehr an unseren Rollen und verfeinern immer mehr unsere Technik. In der Firma wird schließlich ein völlig anderes Auftreten erwartet, als Abends beim Candle Light Dinner, am Stammtisch, in der Meditationsgruppe oder beim Zubettbringen der Kinder. Das Feedback von außen leitet uns und um so besser wir uns darauf verstehen, um so mehr Anerkennung wird uns zuteil. Es wird uns sogar unterstellt, einen guten Charakter und eine angenehme Ausstrahlung zu haben.
Das alles ist möglich, ohne auch nur einen Millimeter aus dem Schatten der Rollen, die wir in einen fort einnehmen herauszutreten. Wir können sogar Meditieren, uns für selbstlos und spirituell halten – und trotzdem sind wir noch immer voll in einer unserer Rollen.
Wir merken nur, dass wir uns immer schwerer und unwohler fühlen, obwohl von außen betrachtet alles in bester Ordnung zu sein scheint. Wir stehen scheinbar am Höhepunkt unseres Schaffens und blicken auf einen erfolgreichen Weg zurück – trotzdem spüren wir es immer öfter:
- Die Unentschlossenheit vor jeder Entscheidung
- Die Leere trotz emsigster Betriebsamkeit
- Die Einsam inmitten des größten Getümmels
- Die Unerfülltheit im größten Erfolg
- Die Nachdenklichkeit bei all den richtigen Antworten
- Die Angst trotz größtmöglicher Sicherheit
- Das Verloren-sein in der größten Fülle
- Das fehlende Selbstbewusstsein trotz perfekter Außenwirkung
- Das Unglücklich-sein bei größtmöglichem Luxus
- Das Tote inmitten allen Lebens
Wir haben uns verloren. Wir sind zu hundert Prozent zu unserer Hülle, zu unserer Maske geworden. Der Strom des Lebens zieht an uns vorbei, ohne dass wir uns auch nur ein einziges Mal richtig gezeigt oder gespürt hätten. Lediglich hie und da blitzt etwas aus dem Verborgenen auf. Etwas, das wir normalerweise sorgsam hinter unseren Masken verstecken. Mit einmal fühlen wir uns lebendig und gleichzeitig erfüllt uns eine unglaubliche Angst, diese zarte, verletzliche Seit von uns zu zeigen – zu zeigen, wer wir wirklich sind.
Wer sind wir nun wirklich? Ein verwundenes, verbogenes, zurechtgestutztes Abbild unserer selbst? Die Wahrheit ist: Wir sind in einem Gefängnis – einem Gefängnis, dass wir uns selbst gebaut haben – einem Gefängnis errichtet aus unseren Ängsten, unserer Scham, unserer Verletzlichkeit, den Urteilen über uns und andere und aus der Sehnsucht nach Sicherheit und Zugehörigkeit.
Um zu entkommen, müssen wir erst verstehen, dass wir im Gefängnis sind – solange wir denken, dass wir frei sind, können wir nicht entkommen.
Für diejenigen, die den Mut haben, ihre Masken abzulegen, um zu sehen, wer sich dahinter verbirgt, bietet sich eine einzigartige Gelegenheit. Das 3-tägige „Enlightenment“ ist ein Heilungsprozess der besonderen Art.
Denn erst, wenn Du erkannt hast, wer Du wirklich bist, kannst Du wissen, was Du brauchst, um wirklich glücklich zu sein…
Wenn Du wissen möchtest, ob das Enlightenment auch für Dich geeignet ist, vereinbare hier einen unverbindlichen Termin für ein Gespräch.
Der Weg zurück zur Essenz
Wenn wir in Kontakt mit unserem wahren Selbst sind, haben wir Zugang zu unseren Quellen der Inspiration und Kreativität. Wir schöpfen aus einer unendlichen Weisheit und vertrauen unserer innersten Führung. Das wäre der Idealfall, jedoch sind wir meist meilenweit davon entfernt. Weshalb ist das so?
- Weshalb brechen wir diesen so wichtigen Kontakt einfach ab?
- Weshalb müssen wir uns erst wieder auf den Weg zu uns selbst begeben?
- Weshalb fällt es uns so schwer uns zu fühlen?
- Weshalb stehen wir uns dabei selbst so sehr im Weg?
Die Frage ist, weshalb wir uns überhaupt auf den Weg zu uns selbst machen müssen und weshalb wir nicht einfach wir selbst sein können.
Dazu ist es wichtig, das Thema „Gefühle“ unter die Lupe zu nehmen. Denn betrachten wir unsere aktuelle Gesellschaft, reduziert sich der Umgang mit unseren Gefühlen eher auf den Versuch, sie nicht zu fühlen! Das liegt daran, dass wir bereits in frühen Kindertagen auf schmerzhafte Weise gelernt haben, bestimmte Gefühle zu fürchten oder dass es schlichtweg besser ist, sie erst gar nicht zu haben. Als Folge daraus haben wir uns in den Jahren danach regelrecht darauf trainiert, Gefühle wegzudrücken oder gar nicht zu fühlen. Das funktioniert eine Weile ganz gut, bis uns bewusst wird, dass wir dafür einen hohen Preis bezahlen. Unserem Leben fehlt die Lebendigkeit, die Leidenschaft und die Unbekümmertheit.
Dann leben wir, wie Khalil Gibran es so schön beschrieb:
„…in einer Welt ohne Jahreszeiten, wo du lachen wirst, aber nicht dein ganzes Lachen – und weinen, aber nicht all deine Tränen.“
Und zu allem Überfluss haben wir uns selbst dabei aus den Augen verloren. Durch alle Strategien der Anpassung und des Funktionierens, haben wir irgendwann keine Ahnung mehr, wer wir wirklich sind und was wir wirklich wollen im Leben. Wir suchen den Weg zurück, haben aber keine Ahnung, wo wir beginnen sollen.
Um eine Antwort darauf zu finden, müssen wir zunächst einmal verstehen, wie all das zustande gekommen ist.
Betrachten wir kleine Kinder im Alter von 2 bis 3 Jahren, so können wir beobachten, dass sie alle Gefühle noch in ihrer vollen Intensität fühlen, so wie sie gerade kommen. Zunächst die Freude beim Schaukeln, dann die Frustration beim Sturz, die Entspannung beim Trösten, der Spaß beim Herumtollen mit dem Hund, neues Leid, wenn sie unsanft umgestoßen werden – und so geht es immer weiter. Kinder halten die Gefühle nicht zurück. Sie leben voll im Moment, mit allem, was gerade da ist.
Mit der Zeit machen die Kinder die Erfahrung, dass es nicht gut ist, die Gefühle immer so ungehemmt nach außen zu tragen. Sie lernen, sich für bestimmte Gefühle zu schämen, sie nicht mehr zu zeigen, sie zu unterdrücken oder zu überspielen.
Bestimmte Gefühle sind ganz besonders schmerzhaft und nur schwer zu ertragen. Es geht dabei in erster Linie um Gefühle der Einsamkeit, Hilflosigkeit, Ohnmacht, Trauer, Enttäuschung, Scham und Bedürftigkeit. Wir unterdrücken diese Gefühle und packen sie weg. Aber gerade dadurch bleiben diese Gefühle für immer vor unserer Tür stehen und verlangen Einlass. Das ist anstrengend, denn sobald wir nicht aufpassen, überfluten uns diese unerlösten Gefühle nur um so heftiger.
Aus dieser Problematik entwickeln wir zielsicher die nächste Strategie. Sobald wir Gefahr laufen, mit den unterdrückten Gefühlen konfrontiert zu werden und den damit verbundenen Schmerz zu spüren, reagieren wir mit den “Abwehrenden Gefühlen“, die da wären: Wut, Hass, Eifersucht, Misstrauen, Geiz, Neid, Missgunst, Gier, Selbstgefälligkeit, Sturheit und viele andere. Abwehrenden Gefühle sind primär eine Schutzschicht gegen den Schmerz und verhindern, dass wir wahrnehmen, was die Wahrheit in uns oder unserer Umgebung ist. Wir schützen uns gegen alles, was uns verletzen könnte, indem wir es abwehren, bevor es uns berühren kann. Das stellt wiederum auch die Problematik dieser Strategie dar. Wir isolieren uns immer mehr von den anderen – gleichzeitig wird die Sehnsucht nach Liebe, Anerkennung und Zugehörigkeit immer größer. Meist wird uns auch signalisiert, dass es nicht gut ist wütend, laut und aggressiv zu sein.
Damit kommen wir zur letzten Strategie, mit der wir nun den größtmöglichen Abstand zu unserem wahren Wesen herstellen. Wir verbergen die abwehrenden Gefühle unter einer Maske der Anpassung. Wir sind nun nicht mehr wahrhaftig, sondern verleugnen die eigenen Gefühle und passen uns an. Wir richten uns nach dem, was von uns erwartet wird und zeigen nur noch wenig von unserem ursprünglichen Wesen. Wir perfektionieren dieses Spiel immer mehr und irgendwann kommen wir an dem Punkt, an dem wir keine Ahnung mehr haben, wer wir wirklich sind.
Die gute Nachricht! Hinter all den Strategien und Verhaltensweisen ist noch immer die gesunde Lebenskraft am Werk, die uns ruft und die wir in stillen Momenten auch spüren können. Unser wahrer, lebendiger Kern ist nach wie vor da und wartet auf unsere Entscheidung. Bei der Reise nach innen geht es nicht um die Beseitigung und Auflösung der schmerzhaften Gefühle und Erinnerungen, sondern um deren Integration. Der einzige Weg, mit ihnen umzugehen ist daher der, sie genau anzuschauen, ihnen in keinster Weise auszuweichen und sie vorbehaltlos anzunehmen. Jedes dieser unterdrückten Gefühle ist wie eine Prüfungsfrage. Entweder wir können uns ihr stellen, oder wir laufen weg davor. Wenn wir weglaufen, sind wir noch nicht stark genug, mit dem Fluss des Lebens zu gehen.
Das Paradoxe ist: In dem Moment, in dem wir unsere unterdrückten Gefühle annehmen, werden wir erkennen, dass alle Versuche uns zu sichern nur wieder in der statischen Panzerung enden werden, mit der es uns letztlich immer schlechter gehen wird, als mit der verletzlichen Lebendigkeit. Nur das völlige Einverstanden-sein mit dem, was wir um jeden Preis loswerden wollen, macht uns wirklich frei. Wir kämpfen nicht länger gegen das, was uns Schwierigkeiten bereitet oder versuchen es loszuwerden, sondern wir erkennen es als Teil unserer Geschichte an und geben ihm einen guten Platz. Dadurch kann es sich wandeln. Die Kraft, die bislang dafür aufgewendet wurde, die unliebsame Erfahrung zu verdrängen, wird frei und das Potential dahinter steht uns zur Verfügung. Es wachsen uns sozusagen neue Kräfte und Fähigkeiten zu.
Menschen, die den Weg zurück zum Kern ihrer Lebendigkeit und Lebensfreude beschritten haben, werden häufig als still und schöpferisch erlebt. Selbst in schwierigen Lebenssituationen ruhen sie in sich und sind nicht mehr Spielball von Kräften, die im außen wirken. Spirituelles Wachstum und Weiterentwicklung, für das vorher hart gerungen wurde, ergeben sich fortan auf dem Weg meist von selbst.
Wo stehst Du gerade auf Deinem Weg zu Dir selbst?
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