Bewusstsein
Streit vermeiden in der Beziehung
Warum wir ausweichen, uns verbiegen und mit kleinen Unwahrheiten genau das Vertrauen beschädigen, das wir eigentlich schützen wollten.
Über kreisende Gedanken, das Handy als Beweisstück A und die Frage, ob aus einem zerbrochenen Wir noch einmal ein neues werden kann.
Nach einer Affäre sitzen in meiner Paar-Auszeit meistens mehr als zwei Personen im Raum. Da sind der Mensch, der betrogen hat, und der Mensch, der betrogen wurde. Mit am Tisch hocken außerdem die Wut mit ausgefahrenen Ellbogen, die dunkle Scham, eine nervöse Angst und gefühlt 247 Fragen, die alle gleichzeitig drankommen möchten.
„Sag mir endlich die ganze Wahrheit“, sagt der eine. „Ich habe Dir doch alles erzählt“, sagt der andere. Dann leuchtet irgendwo ein Handy auf – und plötzlich besitzt dieses kleine schwarze Ding die emotionale Sprengkraft eines ganzen Staffelfinales.
Eine Affäre verwüstet mehr als die Vereinbarung, einander treu zu sein. Sie zerzaust die gemeinsame Geschichte. Auf einmal bekommen Urlaube, Geschäftsreisen, Nachrichten und sogar besonders liebevolle Momente ein verdächtiges Fragezeichen angehängt. War das echt? Wusstest Du damals schon, wohin das führt? Und war ich die einzige Person im Raum, die keine Ahnung hatte?
Wer Vertrauen nach einer Affäre wieder aufbauen möchte, steht deshalb vor einer gewaltigen Aufgabe: Die Wahrheit braucht Licht, der Schmerz braucht Platz und beide brauchen irgendwann eine Vorstellung davon, wie ein gemeinsames Morgen aussehen könnte.
Nur noch Eltern und kein Paar mehr.
Der Satz fällt in meiner Paarberatung oft erst später. Zuerst geht es um die Kinder, um volle Wochen, unterschiedliche Erziehungsstile, Wäscheberge und die Frage, wer schon wieder vergessen hat, irgendetwas zu organisieren. Irgendwann wird es still, einer von beiden schaut zum anderen und sagt so oder ähnlich: „Eigentlich sind wir ein gutes Team. Aber ein Paar sind wir schon lange nicht mehr.“
Ich kenne diesen Blick zwischen zwei Menschen. Darin liegen Vertrautheit und Enttäuschung, Müdigkeit und manchmal auch die Angst, dass von der Liebe vielleicht nichts mehr übrig ist. Wenn ich genauer hinsehe, erlebe ich allerdings selten zwei Menschen, denen alles egal geworden ist. Meist sitzen dort zwei, die sehr lange versucht haben, den Familienalltag am Laufen zu halten – und sich dabei selbst als Paar aus den Augen verloren haben.
Ständiger Streit in der Beziehung
Ihr streitet immer wieder über dieselben Kleinigkeiten, obwohl ihr euch eigentlich liebt? Oft geht es weder um die Küche noch um herumliegende Dinge. Hinter wiederkehrenden Konflikten verbergen sich meist unterschiedliche Erwartungen, unerfüllte Bedürfnisse und die Sehnsucht, gesehen zu werden.
Wechseljahre als Chance
Hitzewallungen, Hüftgold, schlaflose Nächte und Gefühle, die plötzlich machen, was sie wollen: Die Wechseljahre verändern nicht nur unseren Körper. Sie stellen eine viel größere Frage: Wie möchtest du jetzt eigentlich leben?
Ich wollte eine Lösung. Mein Körper wollte Ehrlichkeit.
Also tat ich zunächst das, was viele Frauen tun: Ich suchte nach Tipps, versuchte noch bewusster zu leben, mich mehr zu bewegen und besser auf mich zu achten. Insgeheim hoffte ich, meinen Körper mit genügend Wissen und Disziplin wieder dorthin zu bekommen, wo er einmal war.
Ganz ehrlich? Das brachte mir genau gar nichts, solange ich damit vor allem vermied, mich den Themen zuzuwenden, die darunterlagen.
Heute würde ich sagen, dass ich hinsehen durfte. Damals fühlte es sich nicht nach einem Dürfen an, sondern nach einem ziemlich deutlichen Müssen. Ich wehrte mich, weil ich eine schnelle Lösung wollte, aber bitte ohne mein ganzes Leben auf den Tisch legen zu müssen.
Doch das Leben hat seine eigene Art, uns immer wieder an dieselbe Stelle zu führen. Irgendwann begriff ich, dass nicht nur meine Hormone in Bewegung geraten waren. Auch in mir wollte sich etwas verändern.
Vielleicht kennst du dieses Gefühl. Dein Körper wird dir fremder, die Nächte unruhiger und deine Geduld deutlich kürzer. Das Gewicht verändert sich, an der Hüfte entsteht ein kleines Polster und manchmal weißt du selbst nicht, ob du gerade erschöpft, wütend, traurig oder einfach nur komplett genervt bist.
Ein Wechsel, ein Wandel. Doch wohin möchtest du dich eigentlich wandeln?
Midlife Crisis bei Frauen
….. Es schleicht sich heran – im Morgengrauen, wenn du noch halb schläfst und dein Bewusstsein noch weich ist wie frisches Brot. Ein Gedanke, kaum greifbar, aber hartnäckig: Ist das alles? Bin das noch ich?
Aus der Praxis - Beziehung und Berührung
Ein Paar. Mehr als zwanzig Jahre. Alles funktioniert. Nur das Wesentliche fehlt. Was passiert, wenn Verbindung leise verschwindet – und was wirklich dahintersteckt.
Gestern saß ein Paar bei mir im Coaching. Über zwanzig Jahre zusammen. Zwei Menschen, die sich wirklich kennen, die sich aufeinander verlassen können, die eine Familie aufgebaut haben, Krisen bestanden, Freude geteilt haben.
Und doch: Als ich sie fragte, wann sie zuletzt wirklich miteinander in Verbindung waren – nicht koordiniert, nicht besprochen, nicht organisiert, sondern einfach da füreinander – wurde es sehr still im Raum.
Es beginnt selten mit einem großen Knall.
Es beginnt mit einem Blick. Einem Seufzer. Einer WhatsApp, die unbeantwortet bleibt.
Liebe zerbricht nicht plötzlich. Sie bekommt kleine Risse – im Alltag zwischen Wäschekorb und Wochenplanung, zwischen Müdigkeit und Missverständnissen.
Der Paarforscher John Gottman nennt fünf Verhaltensmuster, die Beziehungen langsam vergiften können: die „Fünf apokalyptischen Reiter“. Dramatisch klingt das – und doch begegnen sie uns erschreckend vertraut.
Vielleicht erkennst du dich in manchen Szenen wieder. Vielleicht spürst du dieses leise „Oh… ja“.
Und genau da beginnt Veränderung.
Familiäre Verstrickungen
Weihnachtsbrief 2025
// Kategorie
// Aktuelle Artikel
Trag Dich ein und erhalte die neuesten Tips und Posts per E-Mail







