Bewusstsein
Ständiger Streit in der Beziehung
Ihr streitet immer wieder über dieselben Kleinigkeiten, obwohl ihr euch eigentlich liebt? Oft geht es weder um die Küche noch um herumliegende Dinge. Hinter wiederkehrenden Konflikten verbergen sich meist unterschiedliche Erwartungen, unerfüllte Bedürfnisse und die Sehnsucht, gesehen zu werden.
Wechseljahre als Chance
Hitzewallungen, Hüftgold, schlaflose Nächte und Gefühle, die plötzlich machen, was sie wollen: Die Wechseljahre verändern nicht nur unseren Körper. Sie stellen eine viel größere Frage: Wie möchtest du jetzt eigentlich leben?
Ich wollte eine Lösung. Mein Körper wollte Ehrlichkeit.
Also tat ich zunächst das, was viele Frauen tun: Ich suchte nach Tipps, versuchte noch bewusster zu leben, mich mehr zu bewegen und besser auf mich zu achten. Insgeheim hoffte ich, meinen Körper mit genügend Wissen und Disziplin wieder dorthin zu bekommen, wo er einmal war.
Ganz ehrlich? Das brachte mir genau gar nichts, solange ich damit vor allem vermied, mich den Themen zuzuwenden, die darunterlagen.
Heute würde ich sagen, dass ich hinsehen durfte. Damals fühlte es sich nicht nach einem Dürfen an, sondern nach einem ziemlich deutlichen Müssen. Ich wehrte mich, weil ich eine schnelle Lösung wollte, aber bitte ohne mein ganzes Leben auf den Tisch legen zu müssen.
Doch das Leben hat seine eigene Art, uns immer wieder an dieselbe Stelle zu führen. Irgendwann begriff ich, dass nicht nur meine Hormone in Bewegung geraten waren. Auch in mir wollte sich etwas verändern.
Vielleicht kennst du dieses Gefühl. Dein Körper wird dir fremder, die Nächte unruhiger und deine Geduld deutlich kürzer. Das Gewicht verändert sich, an der Hüfte entsteht ein kleines Polster und manchmal weißt du selbst nicht, ob du gerade erschöpft, wütend, traurig oder einfach nur komplett genervt bist.
Ein Wechsel, ein Wandel. Doch wohin möchtest du dich eigentlich wandeln?
Midlife Crisis bei Frauen
….. Es schleicht sich heran – im Morgengrauen, wenn du noch halb schläfst und dein Bewusstsein noch weich ist wie frisches Brot. Ein Gedanke, kaum greifbar, aber hartnäckig: Ist das alles? Bin das noch ich?
Aus der Praxis - Beziehung und Berührung
Ein Paar. Mehr als zwanzig Jahre. Alles funktioniert. Nur das Wesentliche fehlt. Was passiert, wenn Verbindung leise verschwindet – und was wirklich dahintersteckt.
Gestern saß ein Paar bei mir im Coaching. Über zwanzig Jahre zusammen. Zwei Menschen, die sich wirklich kennen, die sich aufeinander verlassen können, die eine Familie aufgebaut haben, Krisen bestanden, Freude geteilt haben.
Und doch: Als ich sie fragte, wann sie zuletzt wirklich miteinander in Verbindung waren – nicht koordiniert, nicht besprochen, nicht organisiert, sondern einfach da füreinander – wurde es sehr still im Raum.
Es beginnt selten mit einem großen Knall.
Es beginnt mit einem Blick. Einem Seufzer. Einer WhatsApp, die unbeantwortet bleibt.
Liebe zerbricht nicht plötzlich. Sie bekommt kleine Risse – im Alltag zwischen Wäschekorb und Wochenplanung, zwischen Müdigkeit und Missverständnissen.
Der Paarforscher John Gottman nennt fünf Verhaltensmuster, die Beziehungen langsam vergiften können: die „Fünf apokalyptischen Reiter“. Dramatisch klingt das – und doch begegnen sie uns erschreckend vertraut.
Vielleicht erkennst du dich in manchen Szenen wieder. Vielleicht spürst du dieses leise „Oh… ja“.
Und genau da beginnt Veränderung.
Familiäre Verstrickungen
Wir leben in einer Zeit der Möglichkeiten. Wir können Berufe wechseln, Beziehungen beenden, Orte verlassen. Und doch berichten viele Menschen von einem paradoxen Gefühl:
„Ich tue alles, was man mir rät – und trotzdem komme ich innerlich nicht weiter.“
Der Druck ist allgegenwärtig. Im Beruf sollen wir leistungsfähig, flexibel und resilient sein. In Partnerschaften verständnisvoll, präsent und emotional verfügbar. In der Familie verantwortungsvoll, loyal und hilfsbereit. Freundschaften wollen gepflegt werden, Selbstfürsorge soll auch noch stattfinden.
Was dabei oft übersehen wird: Ein Teil dieses Drucks entsteht nicht im Hier und Jetzt, sondern hat seine Wurzeln tief in unseren familiären Systemen.
während ich diesen Brief schreibe, spüre ich eine tiefe Wärme in mir. Und Dankbarkeit. Denn das, was uns verbindet, ist so viel mehr als das, was man gewöhnlich „Arbeit“ nennt.
Ihr seid nicht einfach Kundinnen und Kunden. Ihr seid Menschen, mit denen etwas Echtes gewachsen ist. Über die Zeit hinweg ist daraus ein Miteinander entstanden, getragen von Vertrauen, von Nähe, von einem Gefühl, das sich wie Familie anfühlt. Und genau das berührt mich immer wieder aufs Neue. Am liebsten würde ich mit euch allen Weihnachten feiern.
Denn ich empfinde es als großes Geschenk (deshalb am Ende der Email auch mein Geschenk an euch), solche Verbindungen in meinem Leben zu haben. Beziehungen, in denen wir uns zeigen dürfen, wie wir wirklich sind – mit unserer Stärke und unserer Verletzlichkeit, mit unseren Fragen, unserer Sehnsucht und unserem Mut, immer wieder ehrlich hinzuschauen. (Deshalb gibt es am Ende der Email mein Geschenk an euch.)
Frausein und die Sehnsucht nach Ganzheit
Sie saß mir gegenüber und lächelte.
So ein Lächeln, das viele Frauen tragen. Offen, freundlich, angepasst. Und doch ist er sichtbar, spürbar. Ein kaum erkennbarer Schatten. Als hätte sie sich selbst ein Stück weit verlassen – schon vor langer Zeit.
Sie sagte Sätze wie: „Es ist ja nicht so schlimm.“
Und: „Anderen gehts viel schlechter.“
Und: „So ist das halt.“
Es war offensichtlich, dass etwas fehlte. Nicht laut. Nicht dramatisch. Sondern leise. Wie ein inneres Sehnen, das keinen Namen mehr hatte.
Satt werden beginnt nicht im Körper – sondern in der Seele
Wir leben in einer Welt, in der alles verfügbar ist. Erdbeeren im Winter, Avocados das ganze Jahr, Nahrungsergänzungsmittel für jedes Bedürfnis, Fitnesskurse rund um die Uhr. Wir sind so gut versorgt wie keine Generation zuvor – und gleichzeitig so hungrig wie nie.
Hungrig nicht nach Essen.
Sondern nach Berührung.
Nach echten Begegnungen.
Nach einem Genährtsein, das tiefer wirkt als jede Mahlzeit.
Der moderne Hunger: Warum wir trotz Fülle leer bleiben
Wir haben gelernt, unsere Körper zu optimieren:
zu trainieren, zu dehnen, zu straffen, zu versorgen, zu schminken, zu stärken.
Wir geben Geld aus für hochwertige Lebensmittel, Superfoods, Supplements, Kosmetik, Trainingsprogramme und Wellness-Angebote.
Und trotzdem fühlen sich viele Menschen:
erschöpft
ausgelaugt
innerlich leer
lustlos
angespannt
unzufrieden
schwer
abgeschnitten
Warum?
Weil wir einen Mangel haben, den wir kaum noch wahrnehmen. Einen Mangel, über den niemand spricht – aber jeder spürt:
Den Mangel an Berührung.
An tiefer Nähe.
An echter Präsenz.
An einem Gefühl von „Ich werde gesehen. Ich werde gehalten. Ich darf sein.“
Wir essen viel – aber wir werden nicht satt
Unser Körper nimmt Kalorien auf.
Unsere Seele nicht.
Wir können:
uns gesund ernähren
ausreichend trinken
Nahrungsergänzung nehmen
Sport machen
Yoga üben
meditieren
uns weiterentwickeln
…und dennoch bleibt da dieses Loch.
Dieses feine Ziehen im Inneren.
Dieser stille, nie ganz gestillte Hunger.
Denn Nahrung alleine macht uns nicht satt.
Nicht wirklich.
Nicht tief.
Nicht dauerhaft.
Der unterschätzte Nährstoff: Berührung
Studien der letzten Jahre zeigen etwas Erschreckendes und gleichzeitig Wunderschönes:
Berührung ist genauso essenziell wie Wasser, Schlaf und Nahrung.
Ohne sie verkümmert unser emotionales System.
Mit ihr entfalten wir uns, entspannen wir uns, regenerieren wir uns.
Berührung:
senkt Stresshormone
sorgt für tiefes Wohlgefühl
reguliert das Nervensystem
aktiviert Selbstheilung
steigert Lebensfreude
löst gespeicherte Emotionen
stärkt Immunsystem & Stoffwechsel
bringt den Körper zurück in seine natürliche Ordnung
Wir Menschen sind für Berührung gebaut.
Ohne sie verkümmern wir.
Mit ihr blühen wir auf.
Warum viele Menschen Berührung vermeiden, obwohl sie sich danach sehnen
Wir sehnen uns nach Nähe.
Und gleichzeitig haben wir Angst davor.
Berührung macht etwas mit uns:
Sie öffnet.
Sie weicht auf.
Sie kann verdrängte Gefühle hervorrufen.
Sie berührt alte Erinnerungen – schöne wie schmerzhafte.
Und genau deshalb vermeiden viele Menschen Nähe.
Weil sie nicht wissen, wie heilsam es wäre, hindurchzugehen.
Wie sehr ihr Körper danach ruft.
Wie sehr ihre Seele aufatmet, sobald sie sich darauf einlassen.
Mein Wochenende war nackt.
Nackt sein. Nackt werden.
Ich war nackt. Die Teilnehmer:innen waren nackt.
Und es fühlte sich einfach – natürlich – an.
Da war keine Scham, kein Zögern, kein Fremdsein.
Nur Körper, Haut, Atmen, Nähe.
Menschen, die sich zeigen – ohne Maske, ohne Rolle, ohne Absicht.
Dieser Raum war ein heiliger Raum.
Ein Raum, in dem Berührung nicht fremd war, sondern selbstverständlich.
In dem der Körper wieder sprechen durfte – jenseits von Worten, Konzepten und Ideen.
Touch Experience ist schwer zu beschreiben.
Es ist kein Tantra, keine Massage, keine Technik.
Es ist ein Zustand.
Etwas, das geschieht, wenn Menschen einander mit Achtsamkeit begegnen – berühren, ohne etwas zu wollen, empfangen, ohne etwas leisten zu müssen.
Und plötzlich entsteht etwas, das größer ist als jeder Einzelne.
Ein Gesang, obwohl niemand singt.
Eine Musik, obwohl alles still ist.
Ein Duft, obwohl niemand Parfüm trägt.
Eine Bewegung, die nicht geplant ist – und doch vollkommen im Einklang mit allem.
In diesen Momenten ist alles da:
Leben, Liebe, Präsenz, Gott.
Die Gesichter der Empfangenden – weich, leuchtend, lebendig, rosig.
Die Körper der Gebenden – anmutig, klar, liebevoll, kraftvoll.
Die Zeit verliert ihre Form, dehnt sich, wird durchlässig.
Manchmal hatte ich das Gefühl, die Erde selbst atmet mit uns.
Das ist für mich die schönste Art der Meditation.
Nicht in Stille zu sitzen, sondern in Stille zu sein – während die Hände sprechen, der Atem führt, die Präsenz atmet.
Wenn Berührung zur Stille wird.
Wenn Stille zur Berührung wird.
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