Aschermittwoch

Aschermittwoch

Ein Tag, der mehr ist als „jetzt wird gefastet“

Aschermittwoch wirkt auf den ersten Blick wie ein Datum im Kirchenkalender – aber eigentlich ist er ein psychologisch erstaunlich kluger „Reset-Tag“. Er markiert den Beginn der Fastenzeit (40 Tage bis Ostern, die Sonntage werden traditionell nicht mitgezählt) und setzt einen Kontrapunkt zum Trubel davor: Karneval, Fasching, „alles darf“. Und dann: Stille.

Was viele nicht wissen: Die Asche kommt traditionell aus den Palmzweigen des Vorjahres (Palmsonntag). Sie wird verbrannt und als Asche im Aschekreuz auf die Stirn gezeichnet. Diese Asche ist kein „Strafsymbol“, sondern ein Erinnerungszeichen: Alles, was wir festhalten, vergeht – und gerade deshalb zählt, was wir heute daraus machen. In der christlichen Tradition schwingt dabei eine uralte, nüchterne Botschaft mit: memento mori – „bedenke deine Endlichkeit“. Nicht als Drohung, sondern als Einladung, das Wesentliche wieder in den Mittelpunkt zu stellen.

Und noch ein überraschender Aspekt: Aschermittwoch ist nicht nur „Verzicht“. Er ist auch ein Tag der Klärung und Umkehr (im Sinne von Kurskorrektur). Im Kern: Was war zu viel? Was war zu wenig? Was muss sich ändern – konkret?

Genau diese Logik ist erstaunlich relevant, wenn es um Beziehungen geht.

Beziehungskrisen beginnen selten mit dem großen Knall

Die meisten Paare kommen nicht, weil „von heute auf morgen alles kaputt“ ist. Sie kommen, weil sich über Monate oder Jahre etwas eingeschlichen hat:

  • Gespräche werden kürzer, sachlicher, härter.

  • Nähe wird seltener, Routine wird lauter.

  • Konflikte drehen sich im Kreis – oder werden ganz vermieden.

  • Einer fühlt sich allein, der andere fühlt sich kritisiert.

  • Man funktioniert. Aber man fühlt sich nicht mehr wirklich verbunden.

Ein typisches Muster dahinter ist „Akkumulierter Groll“: kleine Verletzungen, ungeklärte Enttäuschungen, unausgesprochene Wünsche. Nichts davon ist riesig – aber zusammen wird es schwer. Irgendwann ist die Beziehung wie ein Raum, in dem zu viel herumsteht: Man findet sich zwar noch zurecht, aber man atmet nicht mehr frei.

Aschermittwoch stellt eine Frage, die Paare selten laut stellen, aber dringend brauchen:

Was darf bleiben – und was muss gehen, damit wieder Leben zwischen uns entsteht?

Ein Fasten-Impuls für Paare: Nicht weniger Liebe, sondern weniger „Störfaktoren“

Fasten wird oft missverstanden als „weniger genießen“. In Beziehungen kann Fasten heißen: weniger von dem, was Nähe blockiert. Zum Beispiel:

  • weniger Recht-haben

  • weniger Nebenbei-Gespräche (zwischen Tür und Angel)

  • weniger stummes Rückziehen

  • weniger „Ich mach’s halt allein“

  • weniger Vorwürfe im Gewand von „Kritik“

Und gleichzeitig: mehr Klarheit, mehr Präsenz, mehr echte Begegnung.

Drei Fragen, die viele Paare überraschend weit bringen

Wenn du heute (oder diese Woche) nur ein paar Minuten hast, nimm diese Fragen mit – nicht als Test, sondern als Einladung:

  • Was ist in unserer Beziehung „zu viel“ geworden?
    (z.B. Stress, Kontrolle, Schweigen, Pflichtgefühl, Misstrauen, Tempo)

  • Was ist „zu wenig“ geworden?
    (z.B. Dankbarkeit, Humor, Berührung, echte Gespräche, Interesse, Zärtlichkeit)

  • Was verschieben wir seit zu langer Zeit?
    Der Satz dahinter lautet oft: „Irgendwann reden wir mal in Ruhe…“
    Die Wahrheit ist: Ohne Entscheidung passiert „irgendwann“ selten.

Diese Fragen sind wertvoll, weil sie den Fokus verschieben: weg vom Schuldigen, hin zur Struktur, die euch gerade voneinander trennt.

Warum das für Paarcoaching so zentral ist

Viele Paare versuchen, Probleme über Kommunikationstechniken zu lösen – und sind frustriert, weil es nur kurzfristig hilft. Was oft fehlt, ist ein sicherer Rahmen, in dem man:

  • wieder ehrlich werden kann, ohne zu verletzen

  • die Muster hinter den Streitpunkten versteht

  • konkrete Vereinbarungen trifft, die im Alltag funktionieren

  • Nähe nicht „herbeiredet“, sondern wieder herstellt

Aschermittwoch erinnert: Veränderung beginnt selten mit einem perfekten Plan – sondern mit einem klaren Moment der Entscheidung.

Wenn ihr merkt, dass ihr euch verloren habt, ist das nicht das Ende – es ist ein Zeichen, dass etwas Wesentliches wieder Raum braucht.

Wenn Du spürst, dass sich in Eurer Beziehung zu viel angestaut hat oder wichtige Gespräche immer wieder vertagt werden, kann ein strukturierter, geschützter Rahmen den entscheidenden Unterschied machen. In unserem Paarcoaching begleiten wir Euch dabei, Muster zu klären, wieder in echten Kontakt zu kommen und konkrete Schritte für den Alltag zu entwickeln. Wenn Du möchtest, findest Du hier weitere Informationen und kannst ein unverbindliches Gespräch anfragen: 

 

➤ Zu den Infos

Martina & Michael
Frau und Mannsein

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